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Kapitel 1

Staub bedeckte die Straße. Kein Wunder, dass die Schuhe von Luca so dreckig waren. Aber es war ihm egal. Sein Weg führte ihn an einem Feldweg entlang. Es war ein herrlicher Spätsommertag. Der Himmel war übersät mit weißen Linien, die die Flugzeuge in großer Höhe zeichneten. Der warme Wind zog leise um die Nase. Luca genoss es immer wieder, hier lang zu gehen. Für einen Moment schloss er die Augen, seine Haare bewegten sich im Takt des Windes.

Es war Anfang Oktober, das Thermometer meinte aber immer wieder, es müsse die Wärme aus lauen Sommertagen voraussagen. Die Bäume verspürten keine Lust, ihre Blätter abzuwerfen, obwohl die unteren Reihen schon deutlich gelbe Farbtöne zu sehen waren. Luca bog ab und setzte sich an den Wegesrand hin. Er hatte Zeit, soviel Zeit, denn er bestimmte über sein Leben. Ein Gefühl, das Luca soviel bedeutete. In der Ferne hörte er Traktoren, die damit beschäftigt waren, die Maisernte einzufahren. Unwillkürlich oder doch bewusst, er lächelte.

Es gab eine Zeit in Luca’s Leben, wo er nicht wusste, ob er am Abend die Sonne untergehen sehen durfte. Diese Zeit, sie war düster, tief eingegraben die Erlebnisse aus diesen Tagen. Niemals wieder wollte er diese Zweifel und Ohnmacht spüren, die ihn bis ins Mark erschütterte. Er war dankbar, dass er Entscheidungen, die er getroffen hatte, korrigieren konnte. Das passiert wohl nur einmal im Leben, dass man diese Chance hat, glaubte er. Doch das Schicksal schwieg und lächelte …

Wolken zogen über Luca hinweg. Seine Augen folgten den Rändern dieser Wolken, sein Geist versuchte immer wieder, diese Formen mit irdischen Dingen zu vergleichen. Hier eine riesengroße Nase, dort ein kleiner Baum. An der Seite, in nordöstlicher Richtung, war ein Scharf.
Seinen Träumen wurde unterbrochen, als es in seiner Hosentasche vibrierte. Leicht verwirrt wühlte seine Hand das Handy heraus. Mit zwei Klicks hob er die Tastensperre auf und das Display zeigte ihm, dass er gerade eine SMS empfangen hatte. Sein Kopf erhob sich und suchte dem Horizont nach einem Funkmast ab. Er schüttelte den Kopf, und begann zu lesen: GRABPLATTE IST FREIGELEGT, BITTE KOMM SOFORT. ES IST UNGLAUBLICH! Kann das sein, fragte sich Luca halblaut. Schnell steckte er sein Handy ein, zog die Tasche an sich ran und stellte sich auf die Füße.

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