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Kapitel 10

Am Horizont kroch langsam die Sonne wieder hoch. Die letzten Sterne loschen ihr Licht. Der Horizont verfärbte sich türkis blau.
Luca hatte nie Probleme, in bestimmten Phasen seines Lebens ohne viel Schlaf aus zukommen. Den letzten Rest des kalten Kaffees schüttete er auf die noch glimmende Asche des Lagerfeuers. Es zischte leise, im Zelt von Yannis regte sich was. Dann stand er auf und zog sich in sein Zelt zurück. Er wollte nicht Yannis und Laura die restlichen Stunden bis zum Aufstecken vermiesen.

Nachdem der Reißverschluss seines Schlafsackes zu war, musste er lächeln. Er sah auf die Uhr. Nebenan im Zelt raschelte es. Ein anderer Reißverschluss wurde geöffnet, Luca hörte sehr leises Flüstern. Und wieder das Schließen eines Reißverschlusses. Nur bemühte sich diesmal jemand, das Schließen ohne größere Geräusche stattfinden zu lassen. Luca schloss die Augen und sein Gesicht verzog sich zu einem Grinsen. Er fragte sich, ob diesmal Laura bei Yannis war oder umgekehrt, wie letzte Nacht.

Der Schlaf kündigte sich an.

Wie jeden Abend berührte er den Mond an seinem Hals.
Seine Augen waren schon geschlossen, als sein Verstand den Traum vorbereitete.

Ein großer, breiter Baum. Darunter stand eine Bank, wo Luca drauf saß. Die Lieder seiner Augen wurden schwerer, die Hand glitt langsam vom Mond auf die Oberseite des Schlafsacks.

Er schlief …

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